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Ein paar Fakten über das neuartige Virus.

Es stellt die Welt auf den Kopf: das Coronavirus. Wissenschaftler nehmen an, dass es ursprünglich von der Fledermaus stammt. Die ersten Menschen haben sich wahrscheinlich im Dezember 2019 in der chinesischen Provinz Hubei angesteckt. Das Virus trägt den offiziellen Namen SARS-CoV-2. Wir beantworten dir außerdem diese Fragen:

  • Erfolgt die Ansteckung über Tröpfchen oder den Stuhlgang?
  • Welche Symptome weisen auf das Corona-, welche auf das Influenza-Virus hin?
  • Was ist zu tun, wenn ich denke, dass ich mit Corona infiziert bin?
  • Wie kann ich mich und andere vor Viren schützen?

Wie erfolgt die Ansteckung?

Das Coronavirus wird hauptsächlich per Tröpfcheninfektion übertragen. Dabei gelangt Flüssigkeit aus den Atemwegen eines Erkrankten über die Schleimhäute einer anderen Person in deren Atemwege. Auch wenn die Hände mit virenhaltiger Flüssigkeit in Berührung kommen, ist eine (indirekte) Übertragung möglich. Fassen wir uns mit den Händen ins Gesicht und verteilen dort die Viren, können sie über die Mund- und Nasenschleimhäute oder die Augenbindehaut in den Körper gelangen. Eine Ansteckung durch das Anfassen von Flächen oder Gegenständen, die von infizierten Personen berührt wurden, ist ebenfalls möglich, sagt das Robert-Koch-Institut (RKI).

Dr. Clemens Kelbel, Lungenfacharzt am Klinikum Westfalen und Experte der KNAPPSCHAFT, empfiehlt: “Vermeide Hautkontakt zu anderen und schüttel niemandem die Hand. Wasch dir so oft wie möglich gründlich mit warmem Wasser und Seife die Hände – insbesondere nachdem du Menschen, Oberflächen oder Gegenstände berührt hast. Nur so kannst du dich auch vor anderen Infektionskrankheiten, zum Beispiel Magen-Darm-Erkrankungen, schützen.”

Welche Symptome weisen auf das Corona-, welche auf das Influenza-Virus hin?

Das Coronavirus löst bei Menschen die Atemwegserkrankung COVID-19 aus. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt diese Erkrankung in erster Linie zu folgenden Symptomen:

  • Fieber
  • trockener Husten
  • Abgeschlagenheit

Einige Infizierte litten daneben auch unter Übelkeit, Schüttelfrost, Halskratzen, einer verstopften Nase sowie unter Kopf- und Gliederschmerzen oder Durchfall. In schweren Fällen kann es zu Beschwerden beim Atmen oder zu einer Lungenentzündung kommen. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen infizierte Personen nur leichte oder sogar keine Symptome zeigen.

Wichtig: Bei einer Ansteckung mit dem Coronavirus treten die typischen Symptome manchmal erst bis zu 14 Tage nach der eigentlichen Ansteckung auf. Die Wahrscheinlichkeit für die Ansteckung ist zudem hoch, wenn du entweder in einem vom Robert Koch-Institut (RKI) benannten Risiko-Gebiet warst oder Kontakt zu einem bestätigten Fall hattest.

Die Symptome bei einer Ansteckung mit dem Influenza-Virus sind ähnlich wie beim Coronavirus. Bei einer Grippe treten Symptome allerdings meist sehr plötzlich und sehr heftig auf. Erkrankte Personen leiden unter schweren Formen von:

  • Fieber
  • Frösteln
  • Husten
  • Kopfschmerzen
  • Abgeschlagenheit

Neben diesen häufigen Symptomen kommen bei einer Grippe manchmal auch noch Muskelschmerzen, Halsschmerzen oder Schnupfen dazu.

Hier gibt’s Infos zur Grippe und Tipps, wie du ihren Verlauf mildern kannst.

Was ist zu tun, wenn ich denke, dass ich mit Corona infiziert bin?

Wenn du vermutest, dich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, ruf bitte zuerst in der Praxis an. Dein Arzt informiert dich dann über das weitere Vorgehen. Im Ausnahmefall kann dein Arzt dich für maximal 14 Tage (Stand: 24.03.2020) krankschreiben, ohne dass du in der Praxis vorbeikommen musst. Er befragt dich stattdessen am Telefon zu deinen Beschwerden. Durch diese Vorgehensweise soll verhindert werden, dass du im Wartezimmer weitere Patienten ansteckst. Wenn sich dein Arzt dazu entscheidet, dich auf das Coronavirus zu testen, übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für den Test. Das Labor-Ergebnis liegt meistens nach ein bis zwei Tagen vor.

Bereits beim Verdacht auf Ansteckung mit dem Virus kannst du unter Quarantäne gestellt werden. Das bedeutet, dass du zu Hause bleiben und den Kontakt mit anderen Menschen vermeiden musst. Wenn du dadurch nicht arbeiten kannst, hast du einen Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung in der Höhe deines Verdienstes. Wenn du länger als sechs Wochen isoliert werden muss, bekommst du eine Entschädigung, die so hoch ist wie das Krankengeld, das du im Falle einer Krankschreibung erhalten würdest. Wenn du dich tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert hast, wirst du krankgeschrieben. Bist du länger als sechs Wochen krank, hast du wie bei jeder anderen Krankheit einen Anspruch auf Krankengeld.

Was kann ich tun, um mich und andere zu schützen?

Da es sich beim Coronavirus um ein neuartiges Virus handelt, stehen bisher keine wissenschaftlichen, für einen längeren Zeitraum gesicherten Erkenntnisse zur Verfügung. Fragen zu Ansteckung, Symptomen und zum Krankheitsverlauf können oft nicht mit Sicherheit beantwortet werden. Und auch Medikamente zur Behandlung der durch das Virus ausgelösten Atemwegserkrankung gibt es noch nicht.

Um dich selbst und andere zu schützen, beachte diese Sicherheitsmaßnahmen:

Bleib so oft es geht zu Hause. Schränk vor allem die persönlichen Begegnungen mit älteren oder chronisch kranken Menschen ein. Warum? Sie müssen ganz besonders vor einer Ansteckung beschützt werden. Meld dich stattdessen per Telefon, E-Mail, Chat oder Messenger. Arbeite wenn möglich von zu Hause aus. Lüfte regelmäßig. Wenn bei dir zu Hause jemand erkrankt ist, sorge für eine räumliche Trennung. Und: Iss zu Hause. Vermeide Restaurants und Kantinen, vor allem während der Stoßzeiten.

Halte Abstand zu anderen. Vermeide Berührungen wie Händeschütteln oder Umarmungen. Nutze möglichst keine öffentlichen Verkehrsmittel. Nimm das Fahrrad, geh zu Fuß oder fahr mit dem eigenen Auto. Verzichte beruflich und privat auf Reisen. Meide Großveranstaltungen und andere Menschenansammlungen. Besuch öffentliche Einrichtungen nur, soweit es unbedingt erforderlich ist (zum Beispiel Ämter, Verwaltungen, Behörden). Geh nur einkaufen, wenn die Geschäfte oder Apotheken weniger voll sind, oder nutze Abhol- und Lieferservices.

Biete anderen deine Hilfe an, indem zum Beispiel Oma, Opa oder die ältere Dame von nebenan mit Lebensmitteln versorgst. Die Einkäufe legst du am besten vor der Haustür ab, um den persönlichen Kontakt zu vermeiden.

Quelle: RKI

Pass auf dich auf!

 

Du hast weitere Fragen zum Coronavirus? Alles, was du darüber im Zusammenhang mit deiner Krankenversicherung wissen musst, haben wir für dich aufgeschrieben. Hier geht’s zum Artikel.