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Wenn Hobbys anderen zugutekommen.

80 Jahre, mehrere Knie-Operationen und trotzdem für notleidende Kinder Radfahren? Für Peter Furche kein Problem. Robert Kik hat das Wandern für sich entdeckt und macht damit ALS- und MS-Erkrankten Mut. Und auch unser Versicherter Günther Wend macht vor, wie Füreinander einstehen geht. Dafür geben die drei Männer alles. Weder ihre Arbeit noch körperliche Gebrechen können sie davon abhalten, sich für andere einzusetzen. Und Freude daran zu haben. Wir erklären, was sie genau machen und wie auch du dich für andere einsetzen kannst.

  • Robert Kik pilgert für andere.
  • Peter Furche radelt für Kinder in Not.
  • Günther Wend verzichtet auf tierische Produkte.
  • Wenn du dich auch engagieren willst.

Robert Kik pilgert für andere.

Robert Kik ist sein Engagement für Notleidende in Fleisch und Blut übergegangen. Er verbringt seine Freizeit und seinen Urlaub damit, Benefiz-Events zu organisieren und für andere zu wandern. Engagiert hat er sich schon immer: In der Weihnachtszeit hat er zum Beispiel schon Kinder im Kinderkrankenhaus Gelsenkirchen besucht und Stutenkerle verschenkt.

Seit 2010 setzt sich Robert ganz besonders für Menschen ein, die an ALS und MS erkrankt sind. ALS ist die Abkürzung für Amyotrophe Lateralsklerose, eine Krankheit des motorischen Nervensystems. Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Grund für Robert Kiks Engagement ist sein Vater, der 2009 infolge seiner ALS-Erkrankung starb. Er hatte immer den Traum, den Jakobsweg zu gehen. „Ich pilgere für dich“, versprach Robert Kik seinem Vater und machte sich nach dessen Tod auf den Weg nach Santiago di Compostella.

Das Wandern hatte es Robert Kik angetan, obwohl: „Früher hatte ich mit Laufen oder Wandern nichts am Hut, da war mir sogar der Weg zum Supermarkt schon zu weit“, erklärt er. Seit dem Tod seines Vaters hat sich das geändert. Die nächste Pilgerreise ging von Marl über die Alpen bis nach Rom – auch als Franziskusweg bekannt – und Robert Kiks Fanbase wuchs.

 Robert Kik

„Ich pilgere für dich“, versprach Robert Kik seinem an ALS erkrankten Vater.

 

2013 marschierte er wieder: Er selbst hatte keine Idee, wo es hingehen sollte. Er wusste nur: Er will Strecke machen. Also fragte der 54-Jährige ALS- und MS-Erkrankte über Facebook und Co., welche Route er gehen solle. So ergab es sich, dass der gebürtige Marler eine Tour zu ALS- und MS-Erkrankten in Deutschland und Österreich machte, um Zeit mit ihnen zu verbringen. Flensburg, Köln, Berlin und Kitzbühel waren dabei nur einige Stationen. 

Daneben nimmt Robert Kik regelmäßig am Rekener 24-Stunden-Lauf teil. Das gesammelte Geld geht an den ambulanten Kinderhospizdienst Gladbeck, Haltern und Recklinghausen. Davon inspiriert hat Robert Kik in seinem Fitness-Studio in Marl einen 24-Stunden-Lauf initiiert. Gemeinsam mit anderen Sportlern wird er im April 2020 ganze 24 Stunden auf dem Laufband verbringen. Die Spenden dieses Benefiz-Laufs kommen dem Verein „Chance zum Leben – ALS e.V.“ zugute.

Unermüdlich wie Robert Kik ist, hat er neben dem Laufen noch weitere Möglichkeiten aufgetan, Finanzspritzen für Bedürftige aufzutreiben. Zum Beispiel rief er in Gedenken an seinen Vater das Helmut Kik Benefiz-Open Air in Marl ins Leben: Ein Wochenende lang treten dort Bands auf – ohne Gage. Die erspielten Einnahmen des Events gehen ebenfalls an „Chance zum Leben – ALS e.V.“

Peter Furche

„Ich hatte mehrere Operationen an den Knien, daher tut mir die Bewegung auf dem Rad richtig gut“, erklärt der Bergkamener Peter Furche, der findet, dass man sich auch mit 80 Jahren noch für andere einsetzen kann.

 

Peter Furche radelt für Kinder in Not.

„Kinder sind das Beste, was wir haben, und sie gilt es zu schützen“, sagt Peter Furche. Und deshalb setzt er sich für sie ein. Ganz besonders für Kinder, die in eine Notlage geraten sind. So war Peter Furche schon zweimal in Tschernobyl. Um Kinder, die an den Folgen des nuklearen Fallouts von 1986 leiden, für ein paar Wochen zur Erholung nach Deutschland zu holen. „Zweimal hatten wir schon Kinder aus dieser Region für vier Wochen bei uns zu Besuch“, erklärt der zweifache Vater und dreifache Opa, der Sachen gern selbst in die Hand nimmt. 

Und so war ihm auch der obligatorische Scheck an Weihnachten für eine Hilfsorganisation nicht genug. Er wollte selbst etwas unternehmen und bedürftige Kinder direkt unterstützen. Inspiriert durch eine TV Sendung über Kinder in Not, kam er auf die Idee, sein Hobby, das Radfahren, in den Dienst notleidender Kinder zu stellen: 2018 fuhr Peter Furche 6.000 Kilometer. „Ich radele, du zahlst“, war dabei das Motto. Pro gefahrenen Kilometer einen Cent – von dieser Idee waren auch Freunde, Bekannte, sein Hausarzt, und ein Teil der lokalen Geschäftswelt angetan. Insgesamt 3.600 Euro kamen auf diese Weise zusammen und gingen an ein Kinderhospiz.

Auch 2019 tritt er wieder kräftig in die Pedale – 5.000 Kilometer ist der 80-Jährige bisher mit dem Rad gefahren. „1.000 Kilometer muss ich noch schaffen bis Ende des Jahres“, sagt er. Denn auch in diesem Jahr heißt es „Ich radele, du zahlst“. Auch diese Summe soll notleidenden Kindern zugute kommen, denn so Furche „Kinder sind unser höchstes Gut“.

Günther Wend verzichtet auf tierische Produkte.

Seine Gesundheit liegt Günther Wend am Herzen. Und der Schlüssel dazu ist für ihn gesunde Ernährung: Seit 1988 isst Günther Wend daher kein Fleisch mehr. Auch andere tierische Produkte kamen ab dann selten auf den Teller – nur ab und zu etwas Fisch und Käse. 2009 entschied der Dortmunder, sich vegan zu ernähren. „Mir geht es sehr gut damit und für mich soll kein Tier sterben oder leiden müssen“, sagt der 86-Jährige, der vielfältige Interessen hat: Aquarellmalerei und Gartenarbeit zum Beispiel. 

Zum Frühstück gibt es ein selbst gemachtes Müsli mit Obst. Jeden Tag wird gekocht – ob die warme Mahlzeit mittags oder abends auf den Tisch kommt, ist Günther Wend dabei einerlei. Beim Würzen ist er allerdings sparsam, Salz oder Zucker kommen nicht ins Essen. Dafür aber Kräuter wie Majoran oder Thymian. Sein Brot backt er selbst und genießt es dann belegt mit Gurke, Tomate, Löwenzahn und Wildkräutern aus seinem Garten oder vom Wegesrand einer Wanderung. 

Das Wandern hat Wend übrigens im Zuge seiner Pensionierung für sich entdeckt. „Ich habe nach einer Beschäftigung gesucht und bin auf die Kneipp-Wanderungen aufmerksam geworden. „Zunächst bin ich nur mitgewandert, seit über 20 Jahren leite ich die Wanderungen selbst.“ Zweimal im Monat ist er dann zwischen zehn und 14 Kilometern unterwegs. „Es macht mir Spaß, wenn ich damit anderen eine Freude machen kann“, erzählt Wend.

 

Günther Wend

“Für mich soll kein Tier sterben oder leiden müssen“, sagt der 86-Jährige Günther Wend.

 

Wenn du dich auch engagieren willst.

Du willst dich auch für andere einsetzen – seien es ältere Menschen, Kinder, Geflüchtete, Kranke oder unsere Umwelt? Aber es fehlt dir an Zeit? Vielleicht kannst du ja – so wie Peter Furche – dein Hobby in den Dienst anderer stellen. Du spielst Fußball? Dann bring es anderen bei. Bei Gartenarbeit kannst du am besten entspannen? Dann hilf doch anderen, denen die Gartenarbeit zu viel wird. Du musst einkaufen gehen? Vielleicht kannst du der älteren Dame von Gegenüber etwas mitbringen. 

Du möchtest andere unterstützen, weißt aber einfach nicht wie? Schau doch mal nach Freiwilligen-Agenturen in deiner Nähe. Auch Caritas oder Diakonie, Kinderschutzbund, die Tafel, NABU und Co. suchen immer Menschen, die ein kleines bisschen ihrer Freizeit für andere investieren möchten.

 

Bei aller Fürsorge für deine Mitmenschen, vergiss nicht, auch mal was für dein eigenes Wohlbefinden zu tun. Unsere Gesundheitskurse helfen dir dabei, körperlich und mental fit zu bleiben.