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 Darum ist die Keuchhusten-Impfung wichtig.

Keuchhusten ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die zu krampfartigen Hustenanfällen führt. Nur durch eine Keuchhusten-Impfung, auch Pertussis-Impfung genannt, kannst du dich vor ihr schützen. Der Impfstoff ist nur als Kombinationsimpfstoff erhältlich. Er wird bereits im Kindesalter zusammen mit den Impfstoffen gegen Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung, invasive Hib-Infektionen und Hepatitis B verabreicht. Nach einer Auffrisch-Impfung ab dem 18. Lebensjahr besteht für bis zu zwölf Jahre Schutz vor einer Ansteckung mit Pertussis-Erregern. In Abhängigkeit vom Infektionsrisiko sollten alle zehn Jahre weitere Auffrisch-Impfungen durchgeführt werden. Denn nur die Keuchhusten-Impfung schützt zuverlässig gegen den Erreger.

  • Wie wird Keuchhusten übertragen?
  • Welche Symptome treten auf?
  • Wann sollte ich mich gegen Keuchhusten impfen lassen?
  • Was sind mögliche Nebenwirkungen der Keuchhusten-Impfung?

Privatdozent Dr. Markus Reiser

Chefarzt und Infektiologe der Klinik für Innere Medizin II am Klinikum Vest in Marl und Experte der KNAPPSCHAFT

Wie wird Keuchhusten übertragen?

Keuchhusten ist hochansteckend. Fast jeder Kontakt mit einer erkrankten Person führt zu einer Ansteckung. Der Keuchhusten-Erreger ist das Bakterium Bordetella pertussis, welches auf der ganzen Welt vorkommt und dessen einziger Wirt der Mensch ist. 

Das Bakterium wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Beim Sprechen, Husten und Niesen gelangt es über winzige Tröpfchen des Speichels in die Atemluft und wird dann von anderen Menschen wieder eingeatmet. Das Bakterium vermehrt sich auf den Schleimhäuten und produziert dort Stoffe, die das Gewebe schädigen, die Abwehrkräfte schwächen und die Schleimhäute zerstören.

Die Inkubationszeit, also der Zeitraum von der Ansteckung bis zum Ausbruch, beträgt 7 bis 20 Tage. Der oder die Erkrankte ist mindestens drei Wochen lang ansteckend. Wird der Keuchhusten mit einem Antibiotikum behandelt, verkürzt sich diese Zeit auf fünf Tage nach Behandlungsbeginn.

Ein Mensch kann sich, unabhängig vom Alter, mehrmals im Leben mit Keuchhusten infizieren.

Welche Symptome treten auf?

Dr. Markus Reiser erklärt: “Die Symptome ähneln zunächst denen einer Erkältung, steigern sich jedoch zu krampfartigen Hustenanfällen. Der Husten kann im Krankheitsverlauf zu Erstickungsanfällen und Atemstillstand führen. Für Kinder, insbesondere für Kleinkinder unter sechs Monaten, ist Keuchhusten lebensgefährlich. Deswegen ist es umso wichtiger, frühzeitig gegen Pertussis zu impfen.

Von den heftigen Hustenattacken hat die Krankheit übrigens auch ihren Namen. Denn Pertussis ist lateinisch für “starker Husten”.

Wie wichtig die Impfung ist, weiß auch Dr. Markus Reiser. “Eine Infektion mit der Krankheit führt nicht zu einer anhaltenden Immunität. Nur ein vollständiger Impfschutz schützt vor einer erneuten Ansteckung.”

Wann sollte ich mich gegen Keuchhusten impfen lassen?

Das erste Mal wird die Impfung im Säuglingsalter verabreicht und bis zum 18. Lebensjahr mit zwei weiteren Impfdosen abgeschlossen. Danach wird für alle Erwachsenen eine Auffrisch-Impfung im Rahmen der nächsten fälligen Tetanus-Diphterie-Impfung empfohlen. Besonders gefährdete Personen sollten ihren Impfschutz im Abstand von zehn Jahren auffrischen lassen. Dr. Markus Reiser empfiehlt: “Gerade Erwachsene sollten die Impfschritte einhalten. Mit zunehmendem Alter wird das Immunsystem schwächer. Bei nicht ausreichendem Impfschutz erhöht sich daher das Risiko, zu erkranken.”

Ein Überblick über die Keuchhusten-Impfung und ihre Auffrischungen:

  • vier Grundimmunisierungen vom 2. bis 14. Lebensmonat
  • Auffrisch-Impfungen im 5. oder 6. sowie zwischen dem 9. und 16. Lebensjahr
  • ab dem 18. Lebensjahr einmalig im Rahmen der nächsten anstehenden Tetanus-Diphterie-Auffrisch-Impfung
  • Schwangere zu Beginn des dritten Trimenons (etwa ab der 27. Schwangerschaftswoche)
  • im Gesundheitsdienst und in Gemeinschaftseinrichtungen tätige Personen alle 10 Jahre

Seit dem Jahr 2020 empfiehlt die STIKO (Ständige Impfkommission) auch eine Pertussis-Impfung in der Schwangerschaft. Sie schützt Neugeborene in den ersten Lebensmonaten durch die entwickelten Antikörper vor Pertussis. Studien zeigen, dass die Impfung der Mutter ab dem Beginn des letzten Trimesters und bis zu vier Wochen vor der voraussichtlichen Entbindung empfehlenswert ist. Laut Impfempfehlung sollten auch Erwachsene, die viel mit einem Säugling oder Kleinkind in Kontakt sind, stets geimpft sein. So kann eine Übertragung der Krankheit vermieden werden.

Was sind mögliche Nebenwirkungen der Keuchhusten-Impfung?

Die Keuchhusten-Impfung ist eine gut verträgliche Impfung. Trotzdem kann es danach zu Nebenwirkungen kommen, die schnell wieder abklingen. Mögliche Nebenwirkungen sind zum Beispiel:

  • Rötungen, Schwellungen und leichte Schmerzen an der Injektionsstelle
  • Schwindel und leichte Übelkeit
  • Reizbarkeit
  • Unwohlsein und Kopfschmerzen
  • Durchfall

Dein Hausarzt kann dich zu deinem Impfschutz und eventuellen Auffrisch-Impfungen umfassend beraten.

Wir übernehmen die Kosten für alle vom Robert Koch-Institut empfohlenen Impfungen, also auch für deine Keuchhusten-Impfungen. Auf unserer Website findest du mehr Infos dazu.