Lesezeit: 9 Minuten

Rechtzeitiger Impfschutz beugt einer Erkrankung vor.

Die Tetanus-Impfung ist die zuverlässigste Maßnahme zur Vorsorge gegen die Infektionskrankheit Tetanus. Die Krankheit wird auch als Wundstarrkrampf bezeichnet. Hervorgerufen durch das Tetanus-Bakterium äußert sie sich in starken Krämpfen und Lähmungserscheinungen. Der Verlauf der Krankheit endet nicht selten tödlich. Dabei reichen schon kleine Wunden aus, um sich zu infizieren. Die vorsorgliche Immunisierung mit dem Tetanus-Impfstoff ist deshalb umso wichtiger.

  • Wie wird Tetanus übertragen?
  • Welche Symptome treten auf?
  • Wie wirkt der Impfstoff?
  • Wann und wie oft sollte ich mich piksen lassen?
  • Welche Nebenwirkungen hat die Impfung?

Dr. Markus Bruckhaus-Walter

Allgemein- und Sportmediziner und Experte der KNAPPSCHAFT

Wie wird Tetanus übertragen?

Tetanus-Bakterien sind weltweit verbreitet. In Deutschland erkranken aber nur selten Menschen an Tetanus, da ein Großteil geimpft ist und der Impfschutz sehr zuverlässig wirkt. Vergiss deshalb nicht, auch als Erwachsener deine Impfung immer wieder auffrischen zu lassen. 

Die Infektion erfolgt über verunreinigte Wunden der Haut oder Schleimhaut. Ohne Impfschutz gelangt das Bakterium Clostridium tetani schnell in den Organismus. Es kommt zum Beispiel in der Erde, in Staub oder in Tierkot vor, wo es lange Zeit überleben kann. “Durch einen einfachen Dorn oder Splitter oder durch einen Tierbiss kann sich der Erreger bereits auf den Menschen übertragen”, warnt Dr. Markus Bruckhaus-Walter, Facharzt für Allgemeinmedizin und Experte der KNAPPSCHAFT.

Eine Infektion ist jederzeit möglich, denn der Erreger kann überall vorkommen. Er ist überaus widerstandsfähig gegen Hitze und jegliche Art von Desinfektionsmitteln. Bereits eine kleine Schürfwunde reicht aus, um sich anzustecken. So können ein Schnitt durch ein scharfes Papier, ein kleiner Stich oder eine minimale Abschürfung schnell lebensbedrohlich werden.

Im Organismus vermehren sich die Tetanus-Erreger ohne Sauerstoff. Dabei produzieren sie schädliche Stoffe, die beim Menschen nach und nach Krankheits-Symptome auslösen. Nur mit einer Impfung schützt du dich vor der Tetanus-Krankheit, die durch das Bakterium Clostridium tetani ausgelöst wird.

Welche Symptome treten auf?

Von der Ansteckung mit der Tetanus-Krankheit bis zu ihrem Ausbruch vergehen in der Regel drei bis 21 Tage. Zunächst treten Krämpfe in der Kau-Muskulatur auf, danach ist die gesamte Muskulatur betroffen. Wird die Krankheit nicht erkannt und intensivmedizinisch behandelt, stirbt der Infizierte an einer Atemlähmung. Auch bei einer rechtzeitigen Behandlung bleibt das Sterblichkeitsrisiko hoch: Es liegt bei zehn bis 20 Prozent.

Weitere Symptome des Wundstarrkrampfes sind:

  • Krämpfe in den Gliedmaßen
  • Blutdruckanstieg und starkes Schwitzen
  • Unruhe, erhöhte Reizbarkeit und Herzrasen
  • Muskelsteifheit
  • Schmerzen in den Gliedmaßen und im Gesicht
  • Atemprobleme

Wie wirkt der Impfstoff?

Bei der vorsorglichen Tetanus-Impfung verabreicht der Arzt die schädlichen Stoffe, die durch das Bakterium Clostridium produziert werden. Die Injektion erfolgt in einen Muskel – zum Beispiel im Oberarm, Oberschenkel oder Gesäß.

Dr. Markus Bruckhaus-Walter erklärt: “Der Impfstoff enthält die Schadstoffe allerdings nur in einer abgeschwächten Form. Er löst deshalb keine Symptome einer Tetanus-Erkrankung aus. Er regt lediglich das Immunsystem an, das vorsorglich eine Abwehr gegen Tetanus-Infektion bildet. Kommt es danach zu einem Kontakt mit dem Bakterium, ist der Geimpfte bereits immun.”

Mediziner sprechen hier auch von einer Aktiv-Impfung: Der Organismus produziert selbst (aktiv) Antikörper. Nach dem Aufbau dieses wirksamen Schutzes ist er gut gegen eine Infektion gewappnet.

Auf die kannst du vertrauen:

Nahezu 100 Prozent der Patienten bilden nach der Impfung körpereigene Antikörper. Sie bietet dir also einen äußerst zuverlässigen Schutz.

Auch wenn du dich möglicherweise mit Tetanus angesteckt hast, kannst du dich noch impfen lassen. Die sogenannte Passiv-Impfung wird bei verletzten Patienten eingesetzt, die keinen vollständigen Impfschutz haben. In diesem Fall spritzt der Arzt körpereigene Antikörper, sogenannte Tetanus-Immunglobulin. Sie werden nicht nur in einen Muskel gespritzt, sondern auch in die betroffene Körperstelle. Dadurch kann sich der Erreger nicht so gut ausbreiten.

Bei besonders kritischen Verletzungen werden die aktive und die passive Immunisierung manchmal kombiniert. Das heißt, es werden sowohl der Impfstoff als auch fertige Antikörper verabreicht. Der Organismus wird entlastet. Er muss die körpereigene Abwehr nicht erst selbst bilden.

Wann und wie oft sollte ich mich piksen lassen?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Tetanus-Impfung in ihrer Schutzimpfungs-Richtlinie allen Menschen ohne Einschränkungen. Kinder erhalten ihre Erst-Impfung zur Grundimmunisierung ab einem Alter von elf Monaten und bis zum vierten Lebensjahr. Sie wird in der Regel als Kombinations-Impfung mit der Diphtherie-Impfung und der Pertussis-Impfung durchgeführt. Dadurch erhalten Kinder den Schutz gegen Diphterie (Infektionskrankheit mit schweren Entzündungen des Rachens), Pertussis (Keuchhusten), und Tetanus (Wundstarrkrampf) in einem.

Du schickst dein Kind regelmäßig zur Vorsorge und kümmerst dich um alle empfohlenen Schutzimpfungen? Dafür gibt’s bei der KNAPPSCHAFT einen Bonus von 500 Euro – zum 18. Geburtstag deines Schützlings. Hier findest du alle Informationen zum AktivBonus junior.

Welche Nebenwirkungen hat die Impfung?

Die Nebenwirkungen der Tetanus-Impfung sind in der Regel harmlos und selten. Neben einer etwas gereizten Haut und lokalen Rötungen an der Einstichstelle zählen folgende Nebenwirkungen in etwa fünf bis zehn Prozent der Fälle zu den Impfreaktionen:

  • grippeähnliche Erscheinungen wie Kopfschmerzen und Fieber bis 38 Grad
  • Schwellung, Rötung, Überwärmung oder Schmerzen an der Einstichstelle
  • geringe Schwellungen der Lymphknoten in Nähe der Einstichstelle
  • Magen-Darm-Beschwerden

In der Regel klingen die Beschwerden innerhalb von 48 bis 72 Stunden von alleine wieder ab. Sie lassen sich allerdings auch gut mit Ibuprofen, Paracetamol oder Aspirin  reduzieren.

Bei weniger als 1.000 Geimpften wurden allergische Reaktionen an der Haut oder den Atemwegen beobachtet. Erkrankungen des Nervensystems außerhalb von Gehirn und Rückenmark sind nur in Einzelfällen bekannt. Gleiches gilt für Kreislauf-Schocks oder extreme allergische Reaktionen.

“Erwachsene sollten auf einen vollständigen Impfschutz achten und auch ihre Kinder regelmäßig impfen lassen. Nur so hat Tetanus keine Chance, uns Menschen gefährlich zu werden. Das Sterblichkeitsrisiko ist im Vergleich zu den Risiken möglicher Impfreaktionen extrem hoch”, weiß Dr. Markus Bruckhaus-Walter.

Kleine Verletzungen passieren im Alltag häufig und sind nicht weiter schlimm – vorausgesetzt du bist geimpft. Um gut geschützt zu sein, ist es wichtig, sich konsequent impfen zu lassen. Bitte denk auch an die regelmäßigen Auffrisch-Impfungen! Dein Impfausweis gibt dir und deinem Arzt Auskunft über die Aktualität deiner Tetanus-Impfung.

Wir übernehmen die Kosten für alle vom Robert Koch-Institut empfohlenen Impfungen, übrigens auch für private Reiseimpfungen. Auf unserer Website findest du mehr Infos dazu.