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Warum eine Work-Life-Balance wichtig ist und wie du sie erreichst.

Das Konzept der Work-Life-Balance klingt vielversprechend. Doch oft scheitert es an der Umsetzung – mit gesundheitlichen Folgen. Wir verraten dir, warum Entspannung im Alltag wichtig ist und wie du den Ausgleich zwischen Beruf und Privatleben meistern kannst.

  • Wer viel arbeitet, braucht Zeit zum Entspannen.
  • Arbeit und Freizeit müssen klar voneinander getrennt werden.  
  • Aktivität ist oft besser als Nichtstun.
  • Gestaltungsfreiheit am Arbeitsplatz trägt zur inneren Balance bei.
  • Präventionskurse helfen dir, mit Stress umzugehen.

Stress gehört für viele Deutsche zum Alltag.

Leben, um zu arbeiten oder arbeiten, um zu leben?

Beruf und Privatleben im gesunden Gleichgewicht zu halten, ist gar nicht so einfach. Das bestätigt auch eine von der KNAPPSCHAFT beauftragte Forsa-Umfrage: 84 Prozent der Deutschen empfinden ihre allgemeine Stressbelastung als mittel bis sehr hoch. Ein Großteil der Befragten gibt zudem an, in der Freizeit gestresst zu sein, weil kaum Zeit für sie selbst bleibe. Die Folgen lassen nicht lange auf sich warten. „Eine Unausgewogenheit zwischen Arbeit und Freizeit, das Gefühl, permanent erreichbar sein zu müssen oder der innere Zwang, auch nach Feierabend noch Pflichten für den Job zu erledigen, lässt unseren Stresspegel permanent auf Hochtouren laufen“, weiß Dr. Thomas Finkbeiner, Ärztlicher Leiter des Knappschaftskrankenhauses Lütgendortmund und Experte der KNAPPSCHAFT. Das kann zu Bluthochdruck, Burn-Out-Beschwerden, aber auch Spannungskopfschmerzen, Tinnitus und Magenbeschwerden führen.

Deshalb gilt: Auch wer gerne arbeitet, benötigt ausreichend Ruhepausen sowie Zeiten zum Abschalten und Entspannen.

Wie kann ich Entspannung in den Alltag integrieren?

Helfen kann dir eine klare Trennung von Zeiten der Arbeit und Zeiten der Freizeit. Bei Arbeitstagen im Home-Office ist ein Stundenplan sinnvoll, der Entspannungszeiten klar vorgibt. „In sehr stressigen Arbeitsphasen, wenn das Abschalten schwerfällt, helfen Erinnerungen an die Dinge, die dir in früheren Lebensabschnitten geholfen haben, ein angenehmes Lebensgefühl zu erreichen. War es der abendliche Spaziergang, das Walking, das Joggen? War es eher das Treffen, das Gespräch oder das Essen mit Freunden? Hast du gemeinsame Aktivitäten mit der Familie vernachlässigt? Meist gelingt es, durch diese Rückbesinnung, eine Freizeitgestaltung zu finden, die zu wirklicher Entspannung führt“, erläutert Dr. Finkbeiner.

Entspannung durch Aktivität.

zwei Frauen wandern bei kaltem Wetter durch den WaldLaut Forsa-Umfrage entspannen Frauen und Männer übrigens am liebsten im Freien.

68 Prozent der Befragten gaben bei der Wahl zwischen verschiedenen Tätigkeiten an, dass sie es als entspannend empfinden, sich in der Natur aufzuhalten und spazieren zu gehen. „Für die meisten Menschen sorgt nicht das Nichtstun, sondern eine Aktivität für Entspannung und Zufriedenheit nach einem stressigen Arbeitstag“, bestätigt auch unser Experte und empfiehlt: „Ideal sind Aktivitäten ohne Leistungsanforderung. Die Stoppuhr sollte man beim Joggen also besser zu Hause lassen.“

Können Veränderungen am Arbeitsplatz zur Work-Life-Balance beitragen? 

Auf jeden Fall. Der Beruf gehört zu deinem Leben dazu. Deshalb ist es wichtig, dass du dich mit deiner Arbeit identifizieren kannst und Spaß daran hast. Wenn das nicht so ist, überprüfe gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen, ob Veränderungen möglich sind. Hier sind eine offene Analyse und Gespräche mit Vorgesetzten wichtig. Zu einer gesunden Work-Life-Balance gehört zudem immer auch ein Stück Gestaltungsfreiheit am Arbeitsplatz – wenn auch in definiertem Umfang.

Präventionskurse zur Stressbewältigung.

Gänzlich vermeiden lässt sich Stress weder im Beruf noch im Privatleben. Dennoch kannst du lernen, gesund mit Stress umzugehen.

Viele Krankenkassen bieten zum Beispiel Präventionskurse an. Bei der KNAPPSCHAFT hast du die Wahl zwischen zahlreichen qualitätsgesicherten und kostenlosen Angeboten zu den Themen Stressbewältigung, Entspannung, Ernährung, Bewegung oder Suchtmittelkonsum. Du interessierst dich zum Beispiel für Yoga, autogenes Training oder Achtsamkeitstraining? Unsere Gesundheitsprogramme findest du hier.

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