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So geht der richtige Umgang.

Antibiotika begegnen uns mittlerweile immer öfter. Und nicht mehr nur in der Apotheke oder beim Arzt. Manchmal nehmen Menschen sogar Antibiotika ein, die der Arzt jemand anderem verordnet hat. Über Nebenwirkungen denken sie dabei nicht nach. Denn immer noch denken viele, dass bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit eine Antibiotika-Therapie Abhilfe bringt.

  • Durch die falsche Einnahme entstehen Resistenzen.
  • Besonders gefährlich wird es bei mehrfach resistenten Bakterien.
  • Antibiotikum ist nicht bei allen Erkrankungen wirksam.
  • Beim Antibiotikum zählt der richtige Umgang mit dem Medikament.
  • Die Schattenseite antibiotischer Arzneimittel.

Durch die falsche Einnahme entstehen Resistenzen.

Wenn ein Bakterium oft genug mit einem bestimmten Antibiotikum in Kontakt kommt, kann es dagegen immun werden. Es entwickelt sogenannte Resistenzen. Wenn sich resistente Bakterien weiter verbreiten, können Ärzte sie nicht mehr effektiv bekämpfen. Die Folge: schwere Krankheitsverläufe mit langer Therapie und oft vielen Nebenwirkungen.

Besonders gefährlich wird es bei mehrfach resistenten Bakterien.

Besonders gefährlich sind Resistenzen, wenn ein Bakterium gegen mehrere Antibiotika resistent wird. Der Krankenhauskeim MRSA zählt zu diesen Bakterien. In der Europäischen Union sterben jedes Jahr mehrere Tausend Menschen daran. Forscher sind bereits dabei, viele Bakterien zu entschlüsseln und ihre Schwachstellen zu finden. Nur so bleiben Medikamente langfristig gegen die Erreger wirksam.

Was jeder einzelne tun kann? Medikamente verantwortungsvoll nutzen. Und sie nur dann einnehmen, wenn der Arzt sie verschrieben hat. Wann immer es möglich ist, solltest du auf die Behandlung mit einem Antiobiotikum verzichten. Dein Arzt kann am besten beurteilen, ob du es brauchst oder nicht.

Antibiotikum ist nicht bei allen Erkrankungen wirksam.

Häufig werden Infektionen nicht durch Bakterien ausgelöst. Im Schnitt wird jeder deutsche Erwachsene alle drei Monate von einem grippalen Infekt, einem Schnupfen oder Husten geplagt. Bei Kindern ist es deutlich häufiger. Der Grund kann ein Virus oder eine bakterielle Infektion sein. In 90 Prozent der Fälle sind es aber keine Bakterien, sondern Viren, die uns ans Bett fesseln. Zum Vergleich: Nur jede zehnte Infektion wird durch Bakterien verursacht. Eine Erkältung bringt dann meist alles auf einmal mit sich:

  • Halsschmerzen
  • Schnupfen
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • (meist trockener) Husten

Der erste Schritt führt oft ins Bett. Denn Ruhe hilft deinem Körper, sich selbst zu helfen. Auch gut: Viel Trinken – am besten Kräutertee oder Wasser. Fiebersenkende Medikamente sind wirksam gegen hohe Temperaturen und Nasenspray hält die Atemwege frei. Aber auch mit vermeintlich harmlosen Medikamenten solltest du sparsam umgehen. Wie du dich in der Erkältungszeit vor einer Infektion schützt, liest du hier.

Beim Antibiotikum zählt der richtige Umgang mit dem Medikament.

Sollte dein Arzt dir ein Antibiotikum verschreiben, geh verantwortungsvoll damit um. Und beachte diese Regeln, damit die Arzneimittel auch ihre volle Wirkung entfalten:

  • Klär nach Möglichkeit vorher ab, ob du alle Wirkstoffe verträgst.
  • Halt dich an die vorgegebenen Einnahmezeiten.
  • Nimm die Tabletten so lange ein, wie dein Arzt es dir empfiehlt, und brich die Einnahme keinesfalls frühzeitig ab.
  • Behandle dich niemals selbst mit Antibiotika, die jemand anderem verschrieben wurden.

Wann du (erneut) zum Arzt gehen solltest.

Weder mit einer Infektion durch Bakterien noch mit einer Virusinfektion ist zu spaßen. Verbessert sich dein Zustand während der Therapie nicht, solltest du zum Arzt gehen. Auch wenn es bereits das zweite Mal ist. In diesem Fall ist es besser, wenn er den Verlauf deiner Behandlung kontrolliert.

Manchmal löst die Behandlung mit Antibiotika Magen-Darm-Beschwerden oder eine allergische Reaktion aus. In leichten Fällen, kannst du warten, ob es vorübergeht. Gerade bei einem neuen Mittel oder einem neuen Wirkstoff solltest du aber vorsichtig sein. Frag deinen Arzt direkt nach möglichen Nebenwirkungen. Wenn dir bereits Unverträglichkeiten bekannt sind, kann er dir weitere Antibiotika empfehlen.

Die Schattenseite antibiotischer Arzneimittel.

Antibiotika sind ein zweischneidiges Schwert: Sie müssen die Erreger bekämpfen, die dich krank machen. Der menschliche Körper besteht aber auch aus vielen anderen Bakterien, die sehr wichtig zum Überleben sind. Sie entfalten ihre Wirkung zum Beispiel im Darm. Und auch solche Bakterien werden von einem Antibiotikum in Mitleidenschaft gezogen. Denn sie sind nicht resistent dagegen. Sei dir also bewusst, dass sich antibiotische Wirkstoffe nur zum Teil positiv auf deinen Körper auswirken.

Du hast dein Antibiotikum bereits gekauft und hast plötzlich eine Rückfrage dazu? Wenn du keine Zeit hast, nochmal zum Arzt zu gehen, kannst du den Ärzte-Videochat der KNAPPSCHAFT nutzen.