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So machst du im Notfall alles richtig.

Es gibt Situationen, in denen die richtigen Handgriffe überlebenswichtig sind. Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, erklären wir dir, wie du in Notlagen handeln musst. Damit du Hilfsbedürftigen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte effektiv helfen kannst.

 

  • Sorg zunächst für deine eigene Sicherheit.
  • Setz einen Notruf ab und starte die Sofortmaßnahmen.
  • Sei schnell bei Blutverlust oder Bewusstlosigkeit.
  • Leiste weitere Erste Hilfe.

Notfälle kündigen sich nicht an.

Nichtsahnend schlenderst du durch die Stadt. Und plötzlich findest du jemanden in einer Notlage. Beispielsweise nach einem Unfall oder wenn auf einmal jemand bewusstlos wird. Wie gehe ich damit um? Was muss ich zuerst tun?
Wie war noch mal die Nummer des Notrufs? Diese Gedanken drehen sich in deinem Kopf. Denn dir ist klar: Jetzt muss schnell etwas passieren!

Die Rettungskette hilft Ersthelfern.

Im Notfall hilft es, sich an die Rettungskette zu erinnern. Diese besteht aus fünf Schritten. Von denen sollten Ersthelfer vor allem diese drei beachten:

– Die Unfallstelle absichern und vor allem anderen den Eigenschutz sicherstellen. Nur so kannst du effektiv Hilfe leisten.

– Notruf absetzen (Die bundesweite Notruf-Nummer ist: 112) und Sofortmaßnahmen einleiten.

– Weitere Maßnahmen treffen, bis die Rettungskräfte eintreffen und übernehmen.

Notruf wählen und die “Fünf Ws” beantworten.

Bis professionelle Hilfe eintrifft, kriegst du am Telefon telefonische Unterstützung. Wichtig ist es aber, dass du beim Notruf die Ruhe bewahrst und diese Fragen beantwortest:

  1. Wo hat sich der Notfall ereignet?
  2. Was ist passiert?
  3. Wie viele Personen sind betroffen?
  4. Welche Verletzungen liegen vor?
  5. Warte auf Rückfragen!

Du solltest den Notruf sofort nach Sicherung der Unfallstelle absetzen. Am besten rufst du weitere Passanten zu Hilfe. So kann die hilfsbedürftige Person gleichzeitig mit Sofortmaßnahmen versorgt werden. Manchmal ist das überlebenswichtig.

Was tun bei Blutverlust oder Bewusstlosigkeit?

Stark blutende Wunden müssen gestillt werden. Bestenfalls mit einem Druckverband oder sterilen Kompressen, die auf die Wunde gedrückt werden. Das verhindert den Zusammenbruch des Kreislaufes.
Bei bewusstlosen Personen muss die Atmung überprüft werden. Hierfür näherst du dich dem Mund-Nasen-Bereich der Person mit der Wange, um den Luftzug der Atmung spüren zu können. Auch ein Heben und Senken der Brust kann so beobachtet werden.
Atmet die Person, ist sie jedoch auch nach dem Ansprechen nicht bei Bewusstsein? Dann muss sie in die stabile Seitenlage gebracht werden. So kann das Blockieren der Atmung durch Blut, Erbrochenes oder Anderes verhindert werden.

Die Person atmet nicht?

Dann beginn mit der Herzdruckmassage. Hierfür legst du die Hände übereinander und drückst mit den Handballen auf das untere Drittel des Brustbeins, also etwa auf die Mitte des Brustkorbes. Mit durchgestreckten Armen und geradem Rücken drückst du nun regelmäßig auf den Brustkorb. Nach jedem Druck muss der Brustkorb vollständig entlastet werden!

Du kannst von folgender Faustregel ausgehen: zweimal pro Sekunde drücken. Nach 30 mal drücken muss der Kopf der Person überstreckt werden, um die Atmung zu ermöglichen. Zusätzlich kannst du der Person durch Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung helfen. Hier gilt die 30:2-Faustregel: nach 30 Drücken zweimal beatmen.

Steht ein Defibrillator zur Verfügung, sollte dieser zusätzlich zur Reanimation durch Herzdruckmassage und Beatmung eingesetzt werden. Die Geräte leiten dich als Ersthelfer akustisch an – hab also keine Angst, den Defibrillator zu verwenden!

Weitere Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Nach den Sofortmaßnahmen kannst du weitere Maßnahmen treffen bis Rettungskräfte die Versorgung übernehmen. Und den Transport in das nächste Krankenhaus durchführen.

• Betreu den Betroffenen.
• Versorg seine Wunden.
• Halt ihn warm, zum Beispiel mit einer Rettungsdecke.
• Stell mögliche Knochenbrüche ruhig.

Mach einen Erste-Hilfe-Kurs.

Diese Infos geben dir eine Orientierung zum richtigen Verhalten im Fall der Fälle. Sie ersetzen jedoch keinen Erste-Hilfe-Kurs! Informier dich am besten hier, wo du dein Wissen auffrischen und trainieren kannst.