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Wie Pflegekräfte trotz Krise positiv in die Zukunft blicken.

Die Corona-Pandemie hat unseren Alltag in kürzester Zeit auf den Kopf gestellt und nachhaltig verändert – ob im privaten oder beruflichen Umfeld. Vor allem Fragen zum Thema Pflege haben im vergangenen Jahr viel Aufmerksamkeit bekommen. Denn die Pandemie kostet Pflegekräfte extrem viel Kraft. Körperliche und psychische Überlastungen sind wahrscheinlicher denn je. Neben der ohnehin schon hohen Arbeitsbelastung und mangelnder Wertschätzung erschweren aufwendige Vorsichtsmaßnahmen, Personalausfälle und erhöhte Patientenzahlen den Arbeitsalltag. Um unseren Pflegekräften in dieser schweren Zeit den Rücken zu stärken, haben wir das Projekt “Stark in der Pflege” gestartet.

  • Unser Projekt “Stark in der Pflege” kurz erklärt.
  • Das haben wir 2020 mit dem Projekt erreicht. 
  • Das ist 2021 unser Ansatz.
Alice Tesan

Sportwissenschaftlerin und Präventionsexpertin der KNAPPSCHAFT und verantwortlich für das Projekt “Stark in der Pflege”

Unser Projekt “Stark in der Pflege” kurz erklärt.

Mit “Stark in der Pflege” fördern wir die psychosoziale Gesundheit von Pflegekräften. Und helfen ihnen, auch während der Aus-, Fort- oder Weiterbildung und trotz schwieriger Bedingungen motiviert zu bleiben. Der Austausch findet in Seminaren statt, die für die Teilnehmer kostenlos sind. Die Kosten dafür tragen wir. “Es ist uns wichtig, dass unsere Pflegekräfte positiv bleiben und sich selbst in dieser beruflichen Ausnahmesituation nicht verlieren. Deshalb haben wir das Projekt ins Leben gerufen.”, sagt Alice Tesan, Projektverantwortliche der KNAPPSCHAFT. 

Zu unserem Team zählen übrigens nicht nur Versicherungsfachleute. Als einzige gesetzliche Krankenkasse in Deutschland haben wir auch eigene Krankenhäuser, Ärzte und Pflegekräfte. Davon profitieren unsere Versicherten und unsere Mitarbeiter. 

“Um bestmöglich an diesem kritischen Punkt ansetzen zu können, haben wir uns weitere Experten mit ins Boot geholt: Gemeinsam mit der cco netzwerke GmbH, Institut für Organisations- und Persönlichkeitsentwicklung, setzen wir das Projekt um.”, erklärt Alice Tesan. Bereits vor der Krise hat die cco netzwerke GmbH ein Konzept entwickelt, um die Bewältigungskompetenzen (angehender) Pflegekräfte zu fördern und sie langfristig zu stärken. So ist das Projekt “Stark in der Pflege” entstanden. 

Das haben wir 2020 mit dem Projekt erreicht.

Insgesamt haben bereits über 3.000 (angehende) Pflegekräfte aus 28 verschiedenen Krankenpflegeschulen und -häusern an unserem Projekt teilgenommen. Die Teilnehmer haben in den Seminaren Wissen und Methoden aus diesen Bereichen erlernt:

  • Kommunikation und Konfliktlösung 
  • Resilienz und Selbstwirksamkeit
  • Stress- und Selbstmanagement

Auch der begleitete Austausch unter Kollegen ist wesentlicher Bestandteil unserer Seminare. Denn der kommt im Alltag häufig zu kurz. Dabei zeigte sich, dass die Corona-Situation nicht immer das dominierende Thema war. Vielmehr nutzten die Pflegekräfte die Chance, sich über grundlegende Probleme und Konfliktsituationen auszutauschen. So entstanden Gespräche über den Umgang mit spontanem Personalmangel, über die Arbeit im interdisziplinären Team oder das Verhalten gegenüber Patienten, die ihren Lebensmut bereits verloren hatten.

Das ist 2021 unser Ansatz.

Im vergangenen Jahr war die erhöhte Arbeitsbelastung durch die Corona-Pandemie der häufigste Ansatzpunkt in den Seminaren. Insgesamt zeigte sich 2020 bei einem Großteil der Teilnehmer jedoch ein starkes Engagement, tiefe Verbundenheit, eine hohe Motivation für den Pflegeberuf und das Bedürfnis, anderen Menschen Gutes zu tun – daran knüpft das Projekt in diesem Jahr an. Ende 2021 werden wir über 300 Seminare durchgeführt haben. Alice Tesan weiß aus eigener Erfahrung: “Eine positive Zukunftsorientierung und Selbstfürsorge bringen uns auch durch andauernde Krisen.”

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